Die Zwillings-Säle

In diesem Jahr haben wir ein spannendes Kapitel für uns geschlossen, welches wir vor zwei Jahren begonnen haben.

In unseren Flitterwochen im Jahr 2019 reisten wir nach Japan um spannende Fotomotive zu jagen. Dabei zogen wir sechzehn Tage quer über die Insel und besuchten dort die spektakulärsten uns bekannten verlassenen Orte. Gegen Ende unserer Reise hatten wir noch ein Highlight auf der Liste, für welches wir einen ganzen Tag planten.

Der Besuch in Japan – die marode Schönheit

Es sollte ein am 1. Juli 1989 eröffnetes Schlosshotel sein mit einem umliegenden Vergnügungspark. Das Areal versprach seinerzeit Urlaub, Märchen, Spiel und Spaß. Die nördliche Region Japans sollte durch diesen Park Touristen gewinnen und eine außergewöhnliche Themenwelt bieten. Während das Gelände mit verschiedenen Fahrattraktionen, netten Gartenanlagen und Gebäuden nach deutschem Vorbild bestückt war, diente das große Schloss als Blickfang. Interessant zu wissen ist hier, dass das Gebäude ein Nachbau eines deutschen Schlosses ist. Schaut man genau auf das verbaute Material und die Details, kann man die Kopie natürlich leicht enttarnen – in Japan ist ein Großteil der Zierelemente aus Plalstik, von Weitem jedoch täuschend echt. Dennoch kann man die Arbeit und teils sehr geglückten Kleinigkeiten als großes Kompliment an die deutsche Baukunst sehen.

Das Gebäude hat auch von Außen eine verblüffende Ähnlichkeit. Der Grundriss ähnelt stark dem des Residenzschlosses in Bückeburg – jedoch schließen in Japan die zwei Nebengebäude, die „Kavaliershäuser“ direkt an das Hauptgebäude an.

Unser Hauptaugenmerk galt dem Festsaal, der auch mit der einzige Raum ist der vom Innenausbau dem deutschen Vorbild ähnelt. Abgesehen von dem guten Zustand – im Sinne von keinem Vandalismus – verblüffte direkt der erste Eindruck. Die Farbigkeit, der Ansatz der Deckenmalerei, die detaillierten Verzierungen neen Türen und Fenstern: hier hat sich Jemand unglaublich viel Mühe gegeben um mit allen Mitteln die Schönheit zu kopieren!

Weiter im Schlosshotel fanden wir unzählige Hotelzimmer und Suiten, alle mit der Zeit überdeckt mit Moosen, Farn und einem feuchten Schleier. Im Gebäude befindet sich auch noch ein pompöser Speisesaal mit – wie sich später herausstellte – einer exakten Kopie der deutschen Bestuhlung!

Schade, dass sich diese Freizeitanlage nicht halten konnte. Die Lage und die umliegende Infrastruktur waren nicht optimal für dieses Vorhaben. Selbst wir haben bei unserem Besuch im Jahr 2019 gemerkt, dass die Anbindung zu den umliegenden größeren Städten im Norden der Insel sehr schwierig ist und nicht zu vergleichen mit dem öffentlichen Verkehr in süd-/ und westlicheren Gegenden Japans.

Alles in allem war dies einer der flächenmäßig größten und von den Motiven her abwechslungsreichsten „Lost Places“ den wir bisher besucht haben. Außerdem sind positiv überrascht von dem Umgang der japanischen Bevölkerung mit diesen Juwelen und wünschen uns dass dieser Ort weiterhin von Vandalen und Kleptomanen verschont bleibt!

Der Besuch in Deutschland – die intakte Schönheit

In Absprache mit der Schlossverwaltung und dem Besuchermanagement haben wir uns im September diesen Jahres das imposante deutsche Vorbild, Schloss Bückeburg – sozusagen die Ursprungs-Inspiration – angesehen. Die Ähnlichkeit zwischen dem Original in Bückeburg und dem Nachbau in Japan ist verblüffend. Wir haben einige Vergleichsbilder gemacht um die intakte Schönheit mit der morbiden zu vergleichen.

Die Außenansicht der Schlosses versetzte uns teilweise wieder zurück in unsere Flitterwochen, jedoch auf eine ganz andere Art und Weise. Es schien, als hätte das Erlebte an Lebendigkeit gewonnen. Das Gras war plötzlich saftig grün und frisch gemäht, die Fenster wieder kräftig gestrichen und geputzt. Der Innenhof war belebt und voller Farben! Wir ließen uns nichts entgehen und nahmen an einer geführten Tour durch das Innere des Residenzschlosseses teil. Wir lernten über die Erbauung und die Geschichte der Familien und Besitzer. Wir durften die Schlosskapelle, die eindrucksvollen Zimmer und auch den Festsaal begehen.

 

Schloss Bückeburg ist in Privatbesitz und wird teils als Wohnsitz genutzt. Einen Großteil des Schlosses kann man jedoch besichtigen. Heute kann man in Schloss Bückeburg sogar bestimmte Räumlichkeiten, wie auch den großen Festsaal, für Feierlichkeiten mieten. Eine traumhafte Vorstellung unter dieser grandiosen Deckenmalerei mit seinen Gästen den Bund der Ehe mit einem Glas guten Sekt zu besiegeln! Auch gibt es hier immer wieder interessante Events über die ganze Saison.

Wir bedanken uns bei dem Besuchermanagement für diesen tollen Tag und die Möglichkeit zu diesem Bericht!

Wenn wir deine Neugier geweckt haben sollten, schau doch gern auf der Website des Schlosses vorbei www.schloss-bueckeburg.de oder schau dir direkt das Original in Bückeburg an!

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